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Brotdose & Trinkflasche
Kinder, Haushalt, Job: Als Mama hast du alle Hände voll zu tun. Gut, im idealen Fall bringt Papa sich zuhause ein. Tatsächlich spricht aber auch wenig dagegen, auch den Nachwuchs in die täglichen Aufgaben mit einzubeziehen. Kinder können oft viel mehr selbst übernehmen, als wir ihnen zutrauen. Nicht immer perfekt, nicht immer besonders schnell und manchmal mit etwas mehr Chaos als vorher. Aber genau darum geht es auch gar nicht.
Wenn du dein Kind früh in den Familienalltag einbeziehst, gibst du ihm die Möglichkeit, Selbstständigkeit zu üben und Verantwortung zu übernehmen. Und ganz nebenbei merkt dein Schatz: Ich bin ein wichtiger Teil dieser Familie.
Welche Aufgaben passen zu welchem Alter? Unsere Übersicht gibt Orientierung.
In diesem Alter geht es vor allem darum, dass Kinder erste kleine Aufgaben übernehmen und selbstverständlich dabei sind. Hier geht es noch viel um das Vorleben durch die Eltern.
Das können zum Beispiel sein:
Vieles davon klappt anfangs nur gemeinsam mit Mama, Papa oder Geschwistern. Das ist völlig in Ordnung. Entscheidend ist nicht, dass alles reibungslos läuft, sondern dass Kinder erleben: Ich kann etwas beitragen. Das erfüllt sie mit Stolz.
Mit vier oder fünf Jahren können die Kleinen schon einiges allein übernehmen. Der große Vorteil: Alltägliche Dinge werden so zur Selbstverständlichkeit.
Zum Beispiel:
Insbesondere das Sortieren macht vielen Kindern Spaß. Wäsche nach Farben trennen? Spielzeug nach Kategorien ordnen? Bücher wieder an ihren Platz stellen? Warum nicht daraus ein kleines Spiel machen.
Mit dem Schulstart wird der Alltag ohnehin selbstständiger. Kinder können nun nach und nach eigenständig Aufgaben übernehmen.
Dazu gehören zum Beispiel:
Mit acht oder neun Jahren können Kids bei überschaubaren Aufgaben schon allein anpacken. Dabei geht es zunehmend darum, eine Aufgabe nicht nur auszuführen, sondern auch selbst daran zu denken.
Zum Beispiel:
Jetzt darf auch die Erinnerung daran langsam weniger werden. Denn Selbstständigkeit bedeutet auch: Ich weiß, was zu tun ist, ohne dass mich jemand daran erinnern muss.
Je älter Kinder werden, desto mehr können sie in den normalen Familienalltag eingebunden werden. Dazu gehören auch Aufgaben, die etwas mehr Zeit oder Verantwortung erfordern:
Natürlich gilt auch hier: Was ein Kind übernehmen kann, hängt von seiner Entwicklung, seinen Erfahrungen und der jeweiligen Familiensituation ab.
Vermutlich der wichtigste Punkt bei der ganzen Sache:
Wenn dein Schatz zum ersten Mal den Tisch deckt, stehen die Gläser vielleicht nicht dort, wo sie sonst stehen. Beim Zusammenlegen der Wäsche sieht's nicht ganz so ordentlich aus wie sonst. Und beim Aufräumen landet möglicherweise einiges an einem sehr kreativen Ort.
Das auszuhalten, gehört dazu.
Wenn du jedoch jede Aufgabe sofort korrigiert oder am Ende doch selbst erledigst, vermittelst du ungewollt: „Das kannst du noch nicht." Besser ist es, du gibst deinen Kindern Zeit, um Dinge auszuprobieren und ihre eigenen Lösungen zu finden.
Je älter Kinder werden, desto weniger sollte es darum gehen, einzelne Aufgaben „für Mama und Papa" zu erledigen. Es geht vielmehr darum, Verantwortung für das eigene Umfeld zu übernehmen.
Das kann beim ersten Aufräumen des Kinderzimmers beginnen und irgendwann damit enden, dass ein Teenager selbst daran denkt, seine Sporttasche zu packen, die Wäsche zu waschen oder den Müll rauszubringen.
Das wird sicherlich ein paar Jahre dauern. Das ist auch völlig ok. Je mehr Verantwortungsbewusstsein du ermöglichst, desto stärker machst du es deinem Nachwuchs aber auch. Bedenke dabei: Irgendwann ziehen sie auch zuhause aus. Ist es nicht ein gutes Gefühl, sie für die ersten eigenen vier Wände vorbereitet zu wissen?
Am einfachsten funktioniert der Einstieg mit Aufgaben, die ohnehin jeden Tag anfallen. Eine Sache auswählen, gemeinsam üben und irgendwann loslassen.
Am Anfang reicht eine kleine Aufgabe: „Bitte räum deine Trinkflasche in die Küche." Morgen kommt die Brotdose dazu. Und irgendwann räumt sich der Schulranzen ganz selbstverständlich von allein aus.
Kleine Aufgaben eben. Große Wirkung.
Zuletzt aktualisiert: 18. September 2026